Jade Hochschule unterstützt Entwicklung nationaler BIM-Richtlinien in Äthiopien
Die Jade Hochschule, das äthiopische Construction Management Institute, kurz CMI, und die niederländische KH Engineering Business Group haben ihre Zusammenarbeit in einer gemeinsamen Absichtserklärung festgehalten. Solche Papiere lösen noch kein Problem, das ist wahr. Aber sie markieren, wohin die Reise gehen soll. In diesem Fall führt sie in einen Bausektor, der unter Druck steht, schnell wachsen muss und zugleich verlässlichere digitale Werkzeuge braucht.
Das CMI ist dem äthiopischen Ministerium für Stadtentwicklung und Infrastruktur zugeordnet und spielt bei der Einführung nationaler BIM-Standards eine maßgebliche Rolle. Dort wird nicht bloß über Software gesprochen, sondern über Regeln, Abläufe und die Frage, wie Planen und Bauen in Zukunft sauberer aufeinander abgestimmt werden können. Gerade in Äthiopien, wo Infrastrukturvorhaben, Stadtentwicklung und Wohnungsbau parallel an Tempo gewinnen, bekommt das Gewicht. Je größer die Projekte, desto kleiner wird der Spielraum für Reibungsverluste.
Deutsche BIM-Erfahrung soll in Richtlinien und Weiterbildung einfließen
Auf deutscher Seite bringt das Institut für datenbankorientiertes Konstruieren der Jade Hochschule seine Erfahrung mit Building Information Modeling und mit Standardisierungsprozessen ein. Nach Vorstellung der Partner soll dieses Wissen in die Weiterentwicklung äthiopischer BIM-Richtlinien und in Qualifizierungsangebote einfließen. Das klingt zunächst technisch, ist in Wahrheit aber ziemlich handfest: Wer digital plant, braucht gemeinsame Standards, sonst endet der schöne Datensatz schneller im Durcheinander, als einem lieb ist.
Sebastian Hollermann, der die Absichtserklärung für die Jade Hochschule unterzeichnete, betonte sinngemäß, dass die Partner die digitale Transformation der Bauwirtschaft voranbringen, internationale Standards weiterentwickeln und Fachkompetenz im Bereich BIM dauerhaft stärken wollten. Noch ist offen, welche konkreten Projekte aus der Vereinbarung zügig erwachsen. Der Schritt zeigt dennoch, dass BIM in Äthiopien nicht mehr als Randthema behandelt wird, sondern als Baustein für eine Bauwirtschaft, die effizienter, transparenter und belastbarer arbeiten soll.

