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Heinz Maier-Leibnitz-Preis 2026 für Physiker der Leibniz Universität Hannover

Ein Forschungsthema, das selbst unter Physikern nicht gerade nach Pausengespräch klingt, rückt in Hannover ins Rampenlicht: Dr. Guillem Domènech Fuertes von der Leibniz Universität Hannover erhält den Heinz Maier-Leibnitz-Preis 2026 und damit eine der bedeutendsten deutschen Auszeichnungen für Wissenschaftler am Beginn ihrer Laufbahn. Gewürdigt wird ein Forscher, der sich mit jenen Momenten befasst, in denen das Universum noch kaum zur Ruhe gekommen war und womöglich die Weichen für alles gestellt wurden, was später folgte.

Heinz Maier-Leibnitz-Preis 2026 ehrt frühe wissenschaftliche Eigenständigkeit

Domènech Fuertes leitet am Institut für Theoretische Physik der Leibniz Universität Hannover eine Emmy-Noether-Gruppe. Mit dem Preis sind 200.000 Euro verbunden, die nach Angaben der Preisgeber innerhalb von bis zu drei Jahren in die weitere Forschung fließen können. Insgesamt waren 156 Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen vorgeschlagen worden; die Verleihung soll am 11. Juni in Berlin stattfinden.

Der Heinz Maier-Leibnitz-Preis richtet sich an Forscher, die noch keine unbefristete Professur innehaben, aber bereits erkennen lassen, dass ihre Arbeit über eine starke Dissertation deutlich hinausreicht. Entscheidend ist, ob jemand ein eigenes wissenschaftliches Profil entwickelt hat und im Fach bereits Spuren hinterlässt. Genau an diesem Punkt setzt die Auszeichnung an. Sie soll nicht bloß loben, sondern den nächsten großen Schritt ermöglichen.

Guillem Domènech Fuertes forscht zu Gravitationswellen und primordialen Schwarzen Löchern

Im Zentrum der Arbeiten von Domènech Fuertes steht die Inflations-Theorie. Dahinter steckt die Annahme, dass sich das Universum kurz nach dem Urknall in extrem kurzer Zeit rasant ausdehnte. Diese frühe Phase könnte einen stochastischen Hintergrund von Gravitationswellen erzeugt haben, also ein kosmisches Rauschen, das bis heute im All nachhallen müsste. Nachgewiesen ist dieser Hintergrund bislang nicht. Und genau dort beginnt die eigentliche Spannung.

Domènech Fuertes hat unter anderem gezeigt, dass in sekundären Prozessen entstehende Gravitationswellen aus dieser Frühphase ein starkes und prinzipiell messbares Signal liefern könnten. Zugleich untersucht er, wie diese Wellen mit primordialen Schwarzen Löchern zusammenhängen. Gemeint sind hypothetische Schwarze Löcher, die nicht erst am Ende eines Sternenlebens entstanden wären, sondern womöglich schon sehr früh im Universum. Das klingt nach steiler Theorie, ist aber im Kern eine schlichte, fast altmodische Frage: Was ist damals wirklich geschehen?

Forschung aus Hannover hilft bei der Deutung neuer Messungen

Für die Fachwelt ist das kein gedankliches Wolkenbild, sondern handfeste Grundlagenarbeit. Bereits 2015 wurden unter Beteiligung von Forschern des Instituts für Gravitationsphysik der Leibniz Universität Hannover erstmals Gravitationswellen aus der Verschmelzung Schwarzer Löcher oder Neutronensterne gemessen. Der vermutete Gravitationswellenhintergrund aus der Frühzeit des Universums bleibt dagegen bis heute unbestätigt.

Gerade deshalb gewinnen theoretische Arbeiten wie die von Domènech Fuertes an Gewicht. Nach Angaben der Universität dienen seine Ergebnisse inzwischen auch dazu, gegenwärtige Messungen eines möglichen Gravitationswellenhintergrunds mit Hilfe von Pulsaren zu deuten. Das mag trocken klingen, ist es aber nicht. Denn an solchen Stellen greifen Theorie und Beobachtung plötzlich ineinander wie zwei Zahnräder, die lange nebeneinander liefen und nun doch dasselbe Uhrwerk antreiben.

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