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Venenleiden: Moderne Therapie setzt früher an

Schwere Beine, Schmerzen, sichtbare Krampfadern: Was viele lange als lästige Alterserscheinung abtun, kann auf eine chronische Venenerkrankung hinweisen. In Deutschland zählen solche Beschwerden zu den verbreiteten Gefäßerkrankungen, werden aber oft spät abgeklärt. Hamidreza Mahoozi, Gründer der Berliner Fachklinik VenaZiel, spricht über ambulante Verfahren, Prävention und die Entwicklung der Venentherapie.

Dr. Hamidreza Mahoozi. Bild: VenaZiel/PR
Dr. Hamidreza Mahoozi. Bild: VenaZiel/PR

Redaktion: VenaZiel ist mit einer klaren medizinischen Haltung gestartet. Welche Vorstellung von Behandlung steht hinter Ihrem Konzept?

Hamidreza Mahoozi: Meine Vision ist eine Medizin, die den Menschen wieder in den Mittelpunkt stellt. Weg von sterilen Abläufen und Zeitdruck. Bei VenaZiel schaffen wir einen Ort, an dem sich High-Tech-Medizin und Menschlichkeit auf Augenhöhe begegnen. Die Zukunft ist sanft, sicher und gibt dem Patienten die Freiheit zurück, sich ohne Ängste behandeln zu lassen. Wir behandeln nicht nur Venen, wir verbessern Lebensqualität.

Redaktion: Beschwerden an den Venen sind weit verbreitet. Weshalb werden sie trotzdem häufig nicht ernst genug genommen?

Hamidreza Mahoozi: Es ist erstaunlich, wie lange viele Menschen Beschwerden wie schwere Beine oder Schmerzen ignorieren. Häufig heißt es: „Das ist nur das Alter“ oder „nur ein Schönheitsproblem“. Dabei sind gesunde Venen zentral für unsere Mobilität und Gesundheit. Venenerkrankungen sind keine Nebensache, sondern sollten frühzeitig ernst genommen werden.

Redaktion: In der Venentherapie hat sich technisch viel verschoben. Was macht minimal-invasive Eingriffe im Vergleich zu klassischen Operationen aus?

Hamidreza Mahoozi: Der Unterschied ist enorm. Früher bedeutete eine Venen-OP oft Vollnarkose, Schnitte und längere Ausfallzeiten. Heute arbeiten wir minimal-invasiv, präzise und schonend über kleinste Zugänge. Für viele Patienten ist es überraschend, wie unkompliziert die Behandlung geworden ist – sie kommen mit Beschwerden und können oft kurz darauf wieder ihren Alltag aufnehmen.

Bild: Nicography
Bild: Nicography

Redaktion: Viele Betroffene verbinden Veneneingriffe noch mit Schmerzen, Klinikaufenthalt und langer Pause. Wie erleben Patienten moderne Verfahren heute?

Hamidreza Mahoozi: Die Sorge ist verständlich, basiert aber häufig auf veralteten Bildern. Die moderne Venentherapie ist heute deutlich schonender. Wir arbeiten mit sehr präzisen Verfahren, die für den Patienten kaum belastend sind. Viele sind überrascht, wie schnell und unkompliziert der Eingriff abläuft.

Redaktion: Venenkleber und Radiofrequenz werden häufig als besonders schonende Optionen genannt. Wann kommen solche Methoden infrage, und wann muss genauer abgewogen werden?

Hamidreza Mahoozi: Diese Verfahren bieten für viele Patienten eine sehr gute Lösung, da sie effektiv und gleichzeitig wenig belastend sind. Der Venenkleber beispielsweise kommt ohne Hitze aus und ermöglicht eine schnelle Rückkehr in den Alltag. Die Wahl der Methode hängt jedoch immer von der individuellen Situation ab. Entscheidend ist, dass Sicherheit und Ergebnis stimmen.

Redaktion: Sie beschreiben die Medizin der Zukunft als ambulant, digital und menschlich. Wie zeigt sich das im Praxisalltag?

Hamidreza Mahoozi: Ambulant bedeutet für uns: so wenig Einschränkung wie möglich für den Patienten. Digital heißt, dass wir modernste Technik einsetzen, um Diagnostik und Behandlung zu optimieren. Und menschlich bedeutet, dass wir uns Zeit nehmen, zuhören und individuell auf den Patienten eingehen. Diese Kombination ist entscheidend für eine gute Behandlung.

Redaktion: Bevor überhaupt behandelt werden muss: Welche Bedeutung hat Vorbeugung, und was lässt sich im Alltag realistisch tun?

Hamidreza Mahoozi: Prävention spielt eine große Rolle. Bewegung ist dabei der wichtigste Faktor. Regelmäßiges Gehen, Treppensteigen oder kleine Aktivitätseinheiten im Alltag unterstützen die Venengesundheit erheblich. Oft sind es einfache Gewohnheiten, die langfristig einen großen Unterschied machen.

Redaktion: VenaZiel setzt auf Spezialisierung und technische Ausstattung. Warum ist diese Konzentration auf ein Fachgebiet für Patienten relevant?

Hamidreza Mahoozi: Spezialisierung ist entscheidend für Qualität. Wenn man sich auf ein Fachgebiet konzentriert, entwickelt man eine besondere Routine und Präzision. Für unsere Patienten bedeutet das, dass sie auf ein Team treffen, das sich täglich intensiv mit genau diesem Thema beschäftigt.

Redaktion: Fachlicher Austausch endet längst nicht an Landesgrenzen. Welche Bedeutung haben Formate wie das VIPP-Symposium 2026 für die Venentherapie?

Hamidreza Mahoozi: Medizin entwickelt sich ständig weiter. Der internationale Austausch hilft dabei, neue Erkenntnisse schneller zu verstehen und einzuordnen. So können wir sicherstellen, dass wir unseren Patienten immer Behandlungen auf aktuellem Stand anbieten.

Redaktion: Was dürfte sich in den kommenden Jahren bei der Erkennung und Behandlung von Venenerkrankungen verändern?

Hamidreza Mahoozi: Die Behandlungen werden noch individueller, präziser und schonender werden. Ziel ist es, Eingriffe weiter zu vereinfachen und gleichzeitig die Ergebnisse zu verbessern. Ich bin überzeugt, dass Venenerkrankungen in Zukunft deutlich früher erkannt und unkomplizierter behandelt werden können.

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