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Lichtplanung im Klinikum: TH OWL zeigt Konzepte am UKM

Fensterlose Bereiche, lange Wege, wartende Menschen: Im Krankenhaus entscheidet Licht nicht nur über Sichtbarkeit. Studierende der Innenarchitektur an der TH OWL haben für das Universitätsklinikum Münster untersucht, wie Beleuchtung Orientierung, Ruhe und räumliche Qualität stärken kann.

Licht als Planungsaufgabe im Krankenhaus

Klinische Räume verlangen nach Beleuchtung, die mehr leistet als reine Ausleuchtung. In Eingangsbereichen und Erschließungszonen muss sie Wege lesbar machen. In Wartebereichen kann sie Atmosphäre schaffen. In funktionalen Räumen zählt Präzision. Genau an dieser Schnittstelle setzte das Projekt „Neues Licht fürs UKM“ an.

Rund 140 Studierende der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe arbeiteten im Wintersemester 2025/2026 an gesundheitsorientierten Raum- und Lichtkonzepten für das Universitätsklinikum Münster. Schwerpunkt waren Eingangs- und Erschließungsbereiche sowie die orthopädische Abteilung im Westturm. Die Entwürfe entstanden am Fachbereich Detmolder Schule für Gestaltung im Modul „Grundlagen der Lichtgestaltung II“. Geleitet wurde das Format von Professorin Mary-Anne Kyriakou, Vertretungsprofessor Sascha Homburg und der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Valerie Meyer.

Entwürfe für schwierige Raumsituationen

Die studentischen Arbeiten reagierten auf Bedingungen, die im Klinikbau häufig besonders anspruchsvoll sind. Dazu zählen Zonen mit wenig oder keinem Tageslicht, komplexe Wegeführungen und Nutzungen mit sehr unterschiedlichen Anforderungen. Die Konzepte verbanden funktionale Beleuchtung, Orientierung und Aufenthaltsqualität. Grundlage waren Analysen, Recherchen und gestalterische Studien zum Verhältnis von Raum, Licht und Nutzererlebnis.

Vom innovativen Konzept zum Pitch: Zehn Teams aus Studierenden des Studiengangs Innenarchitektur der TH OWL durften ihre Arbeiten zur Lichtgestaltung im Universitätsklinikum Münster einer interdisziplinären Jury präsentieren. Foto: Universitätsklinikum Münster
Vom innovativen Konzept zum Pitch: Zehn Teams aus Studierenden des Studiengangs Innenarchitektur der TH OWL durften ihre Arbeiten zur Lichtgestaltung im Universitätsklinikum Münster einer interdisziplinären Jury präsentieren. Foto: Universitätsklinikum Münster

Für die Abschlusspräsentation wurden zehn Arbeiten ausgewählt. Sie wurden nicht im geschützten Rahmen der Hochschule gezeigt, sondern direkt im UKM. Mitarbeitende und Besuchende konnten die Konzepte im Klinikum ansehen und erhielten damit Einblick in den Entwurfsprozess der Innenarchitektur zwischen technischer Planung und räumlicher Wirkung.

Praxisformat mit interdisziplinärer Jury

Bewertet wurden die Präsentationen von einer fachübergreifend besetzten Jury aus Klinikum, Architektur, Infrastrukturmanagement und Unternehmenskommunikation. Neben den Lehrenden gehörten unter anderem Dr. Christoph Hoppenheit, Dr. Vincent Hofbauer, Bettina Hufe, Andreas Benesch, Alexander Tanner und Marco Beckmann dazu.

Bettina Hufe, Geschäftsführerin der UKM Infrastruktur Management GmbH, ordnete die Bedeutung gezielter Lichtgestaltung für unterschiedliche Krankenhausbereiche ein. Untersuchungsräume profitierten demnach von Licht, das Konzentration unterstützt, während warme Lichtfarben in Wartezonen beruhigend wirken und Ängste reduzieren könnten. Die Zusammenarbeit mit den Studierenden habe dem UKM neue Perspektiven auf gestalterische und technische Fragen eröffnet.

Auch Mary-Anne Kyriakou betonte den Lerneffekt des realen klinischen Kontexts. Für die Studierenden werde Lichtplanung im Gesundheitsbau greifbarer, wenn Analyse, Entwurf und Präsentation vor einer interdisziplinären Jury zusammengeführt würden.

Das Projekt zeigt, wie Hochschullehre näher an reale Entscheidungsprozesse großer Infrastrukturprojekte rücken kann. Für die Studierenden wurde der Entwurf nicht nur zur gestalterischen Übung, sondern zu einem professionellen Pitch mit fachlicher Rückkopplung. Für das UKM entstanden Impulse, wie Licht im Gesundheitsbau Orientierung, Atmosphäre und Nutzung stärker zusammendenken kann.